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24.08.2007 - Die Oberschule Werder ist "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Die Oberschule Werder ist Schule ohne Rassismus - Schule mit CourageSchule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC) ist ein Projekt von und für SchülerInnen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.

WIE WIRD MAN EINE SOR-SMC?

Will eine Schule eine SOR-SMC werden, bedarf es dazu des Willens und der eigenen Initiative der SchülerInnen, im Sinne des Selbstverständnisses aktiv zu werden. Die Bundeskoordination von SOR-SMC verzichtet daher darauf, SchülerInnen offensiv zum Mitmachen zu überreden. In der Regel erfahren sie von dem Netzwerk des Gesamtprojektes über das Internet, aus den Medien oder durch Berichte anderer SchülerInnen. Die SchülerInnen müssen selbst entscheiden, in welcher Weise sie die formale Voraussetzung zur Teilnahme am Projekt SOR-SMC erfüllen, nämlich die Unterschrift von mindestens 70 Prozent aller direkten Angehörigen ihrer Schule (SchülerInnen, LehrerInnen, SozialpädagogenInnen, SekretärInnen, Hausmeister, etc.) zu sammeln. Manche "Initiativgruppe" hängt die Unterschriftenlisten während eines Schulfestes aus und sammelt die benötigte Anzahl binnen weniger Stunden. Andere nehmen sich dafür viel Zeit, suchen jede Klasse einzeln auf, diskutieren mit den MitschülerInnen über die Zielsetzung des Projektes und haben erst nach mehreren Monaten die erforderliche Anzahl von Unterschriften beisammen.

VIELES GEHT BESSER MIT PATINNEN UND PATEN

Der Titel wird den SchülerInnen und somit der Schule in einem feierlichen Festakt übergeben. Die SchülerInnen sollen sich eine Patin oder einen Paten für ihre Schulen suchen. Häufig sind dies Personen aus den Bereichen Kunst, Politik, Medien oder Sport, wie zum Beispiel die Popgruppen Die Prinzen oder Brothers Keepers, der Politiker Cem Özdemir, die Bundesligastars Michael Preetz oder Marco Bode, die Schauspielerin Iris Berben oder Zeitzeugen des Nationalsozialismus. Indem sich die Paten öffentlich für das Anliegen einsetzen, werden die SchülerInnen nicht nur am Tag der Titelübergabe, sondern dauerhaft in ihrem Engagement unterstützt. Wenn am Ende des Festaktes das Schild SOR-SMC gut sichtbar an der Schule angebracht wird, haben alle dazu beigetragen, ihrer Schule in diesem Sinne auch öffentlich ein zusätzliches, neues Profil zu geben.

ANGEBOTE UND UNTERSTÜTZUNG DURCH SOR-SMC

Die Bundeskoordination von SOR-SMC sowie die schulortnäher angesiedelten Landeskoordinationsstellen haben die Aufgabe, diesen Prozess zu fördern. Die von ihnen angebotenen Veranstaltungen auf Länder- und Bundesebene dienen dem Erfahrungsaustausch unter den SchülerInnen, der Anerkennung und Bestätigung ihres bisherigen Einsatzes und dem persönlichen Kennenlernen. Erfahrungsgemäß sind diese Ziele am besten in Open space-Veranstaltungen zu erreichen. So werden SchülerInnen zum Beispiel über Strukturen rechtsextremer Organisationen oder der rechten Musikszene informiert, aber auch über die Arbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, die im Bereich Menschenrechtserziehung tätig sind. Seminare etwa zum Thema "Recherchieren, Redigieren und Schreiben" fördern Sachwissen und Fachkompetenzen der SchülerInnen für die Umsetzung ihrer Aktivitäten. SOR-SMC verfolgt in der Arbeit einen handlungsorientierten Ansatz: Sach- und Fachwissen wird nicht nur intellektuell vermittelt, sondern mit sozialer und praktischer Erfahrung verknüpft. Die SchülerInnen erlernen so Schlüsselqualifikationen für ihren künftigen beruflichen Werdegang wie für ihre Rolle als mündige Bürger und Bürgerinnen.

SCHÜLERINNEN KOOPERIEREN MIT LEHRERINNEN

SOR-SMC ermuntert die SchülerInnen zu einer engen Zusammenarbeit mit den LehrerInnen, SozialpädagogenInnen und weiteren MitarbeiterInnen ihrer Schule. Daher werden diese Zielgruppen in das Konzept von SOR-SMC einbezogen. Sie sollen die Schüler unterstützen, aber nicht bevormunden. Nicht sie bestimmen die Inhalte und Aktionsformen, sondern die SchülerInnen. Dennoch ist ihre Mitwirkung unverzichtbar für das Gelingen der Anliegen der SchülerInnen. Sie sollen die SchülerInnen nicht sich selbst überlassen, sondern ihnen den Freiraum zu selbstbestimmtem Lernen und Handeln eröffnen. Seminare der Bundeskoordination von SOR-SMC mit Hintergrundinformationen und zu Fragen der didaktischen Umsetzung unterstützen die PädagogInnen dabei.

NICHTS GEHT OHNE PARTNER

Es gibt bundesweit viele Initiativen, staatliche Einrichtungen und Nicht-Regierungs-Organisationen, die SchülerInnen und PädagogInnen Angebote machen. Die Bundeskoordination von SOR-SMC sucht ständig nach weiteren Partnerorganisationen, welche die Arbeit der Schulen im Netzwerk unterstützen. Sie brauchen keine gesonderten Aktivitäten entfalten, sondern bekommen durch die Partnerschaft mit SOR-SMC den direkten Zugang zu interessierten Schulen. Manche Partner agieren bundesweit, wie die Bundeszentrale für politische Bildung, der Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft oder das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Andere Partner, wie die Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerangelegenheiten, das Anti-Racism Information Centre (ARIC) oder die Landeszentralen für politische Bildung sind auf Landesebene tätig. Von großer Bedeutung sind schließlich die Partner auf regionaler Ebene wie Ausländerbeauftragte, Jugendfreizeiteinrichtungen oder Organisationen von Migranten. Gerade die regionalen Partner sind flexibel in ihrem Einsatz an Schulen und kennen die lokalen Gegebenheiten am besten. Da bundesweit im Bereich der Menschenrechtserziehung die Ressourcen knapp sind, erscheint es sinnvoller, durch Kooperation Synergieeffekte zu erzeugen als von der Bundeskoordination aus eigene Inhalte zu entwickeln.

GESCHICHTE UND STRUKTUR DES PROJEKTES

Die Idee von "Schule ohne Rassismus" wurde anlässlich des Erstarkens rechtsradikaler Parteien 1988 von SchülerInnen und JugendarbeiterInnen in Belgien entwickelt. Sie wollten auf diese Weise aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus eintreten. Das Projekt war so erfolgreich, dass es 1992 als "School Zonder Racisme" in den Niederlanden eingeführt wurde. 1995 führte der Verein AktionCourage e. V. das Projekt, initiiert durch das damalige Vorstandsmitglied Ralf-Erik Posselt, in Deutschland ein. Von hier aus sprang die Idee zuerst nach Österreich über und danach nach Spanien. Europaweit tragen mittlerweile mehr als 600 Schulen den Titel "SOR-SMC", davon 260 in Deutschland (Stand: Dezember 2005).

Seit Anfang 2000 ist Sanem Kleff als Vorstandsmitglied bei AktionCourage e. V. Leiterin des Bundesprojektes. Die danach erfolgte Erweiterung des Titels in "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" soll die gesamte Bandbreite der Diskriminierungen, die es zu überwinden gilt, verdeutlichen und die aktive Rolle der Beteiligten stärker hervorheben.

DIE ÖFFENTLICHE RESONANZ AUF DAS PROJEKT SOR-SMC

Die Arbeit der SchülerInnen wird nicht nur schulintern aufmerksam verfolgt, sondern auch durch die lokalen und überregionalen Medien. Das Interesse der Partner ist unverzichtbar, um die benötigten finanziellen Ressourcen zu beschaffen. Manche fragen auch skeptisch, wie die Einhaltung des Selbstverständnisses an den Schulen zu überprüfen sei: "Woher wisst Ihr denn, dass die SchülerInnen auch tatsächlich Projekte durchführen?" oder "Kann einer Schule der Titel auch aberkannt werden?" Die letzte Frage hat sich im Projekt bislang noch nicht gestellt. Die meisten Schulen in Deutschland tragen erst seit wenigen Jahren den Titel und haben sich regelmäßig mit Berichten über Aktivitäten ihrer Schulen gemeldet. Manchmal kommt auch die Rückmeldung, dass die ursprünglich aktive Schülergruppe die Schule bereits verlassen habe und man mit den jetzigen SchülerInnen das gesamte Prozedere, nämlich die Sammlung der Unterschriften zum Selbstverständnis von SOR-SMC, wiederholen wolle. Einige Schulen befassen sich von Anfang an mit der Frage des Nachwuchses und beziehen systematisch Schüler/-innen der unteren Klassenstufen in alle Aktivitäten der Schule ein, damit auch bei einem Generationswechsel der Schüler/-innen kein Bruch entsteht. Allein die Auseinandersetzung mit dieser Frage führt oft zu weiteren Aktivitäten, wie zum Beispiel der Gründung einer festen Arbeitsgruppe "Schule ohne Rassismus". Auch so kann erforscht werden, wie Ideen, Haltungen und Kompetenzen weiter gegeben und aktive Mitstreiter gewonnen werden können.

Das Projekt wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. So erhielt es den Jugendkulturpreis NRW (1996 und 1998), den Förderpreis "Demokratie leben" des Deutschen Bundestages (1997 und 1999), den Aachener Friedenspreis (1997), den Civis-Preis des WDR Köln (1997), den Heinrich-Bußman- Preis der SPD Lünen (1997), die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 2001) und 2004 wurde das Projekt vom Bündnis für Demokratie und Toleranz als Botschafter der Toleranz ausgezeichnet. Auch diese Auszeichnungen bestätigen die aktiven SchülerInnen in ihrem Engagement.

ZUR NACHHALTIGKEIT

Inzwischen gibt es hinreichend Erfahrungen mit der Nachhaltigkeit des Projektes. Durch die Diskussion über Rassismus, Gewalt und Diskriminierung in der Schule fühlen sich SchülerInnen, LehrerInnen, SekretärInnen und Hausmeister in der Verantwortung. Gemeinsame Regeln für den Umgang miteinander werden diskutiert und tagtäglich gelebt. Allein schon aus diesem Grunde trägt das Projekt zur positiven Entwicklung der Schulatmosphäre bei.

 

Mehr Infos auf www.schule-ohne-rassismus.org .

 

 

 

 

 

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