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18.11.2010 - Von Prag durch Theresienstadt nach Auschwitz, Schwarzheide und zurück

NewsVon Prag durch Theresienstadt nach Auschwitz, Schwarzheide und zurück
Werderaner Oberschüler beeindruckt von Geschichte des Holocaust Überlebenden Pavel Stránský

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so konzentriert und beeindruckt  hörten die Schülerinnen und Schüler der 10d  sich die Lebensgeschichte von Pavel Stránský an.

Pavel Stránský ist einer der wenigen Überlebenden des Holocaust, der bereit ist, auch mit fast 90 Jahren, seine Erlebnisse zu erzählen.

So erfuhren die Schüler, dass Pavel Stránský 1941 nach Theresienstadt deportiert wurde. Als „Aufbaukommando“ wurde dort ein Konzentrationslager für die Ankunft zehntausender Juden aus ganz Europa vorbereitet.
Obwohl dies erst der „Vorhof“ zur Hölle der Vernichtungslager im Osten war, drohte schon hier täglich der Tod. Nur weil sie Kontakt nach außen gesucht hatten, wurden schon bald viele der jungen Männer hingerichtet. Aber Pavel Stránský hatte das große Leid, welches der Rassenwahn der Nazis besonders für die jüdische Bevölkerung bedeutete, schon lange zuvor in der eigenen Familie erlebt. Sein Vater hatte die zahllosen Demütigungen und Beschränkungen, den Raub des Eigentums nicht mehr ertragen und sich das Leben genommen.
Allein die Liebe zu seiner Frau Věra gab ihm die Kraft zu überleben. In Theresienstadt heirateten die beiden, die „Hochzeitsreise“ führte im Dezember 1943 direkt nach Auschwitz. Pavel Stránský kümmerte sich dort aufopferungsvoll um die Kinder des Lagers. Im Angesicht der Ermordung von Millionen Menschen wurde im Kinderblock verzweifelt versucht, heimlich zu unterrichten, Kreativität zu fördern, Lebensmut zu bewahren. Fast niemand entging der Vernichtung.
 
Pavel Stránský war am 1. Juli 1944 im ersten Transport, in dem Häftlinge lebend Auschwitz verließen. Einige Tausend Häftlinge, die noch einigermaßen bei Kräften waren, wurden zur Vernichtung durch Arbeit nach Schwarzheide in Sachsen transportiert. Am 18. April 1945 wollte die SS angesichts der nahen Niederlage Spuren beseitigen und schickte die letzten Überlebenden auf einen grausamen Todesmarsch, der wiederum in Theresienstadt endete. Dort erlebte Pavel Stránský die Befreiung.
 
Sichtlich mitgenommen und erschüttert stellten die Zuhörer viele Fragen. „Wie war der Tagesablauf im KZ? Was halten Sie von den Neo-Nazis? Welcher war der schlimmste Tag im KZ? Denken Sie noch oft darüber nach?“ waren Fragen, die Herr Stránký ausführlich beantwortete.

Ganz herzlich haben sich die Schüler bei Pavel Stránský für diese ungewöhnliche und aufwühlende Unterrichtsstunde bedankt. Lange wurde noch mit der Klassenlehrerin über die grausamen Methoden und Auswirkungen des Nationalsozialismus diskutiert.
Besonders herzlich bedanken möchten wir uns bei dem Referenten Jörg Stopa von der RAA Potsdam (Demokratie und Integration Brandenburg e.V.) für die Organisation der Veranstaltung und die freundliche Begleitung des Zeitzeugen.

Jördis Freiwald
Schulsozialarbeiterin

 

Von Prag durch Theresienstadt nach Auschwitz, Schwarzheide und zurück

 

 

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